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| Vertrauliche, fragile Lieder |
Vertrauliche, fragile Lieder
Eva Hillered präsentierte im Prinz Willy Lieder ihres Albums »Hill Songs«
Kiel. Eine intime, wohlklingend perlende Allianz aus tief im amerikanischen verwurzeltem Songwriting und schwedischer Volksmusik stand im Prinz Willy auf dem Programm. Eva Hillered, vielleicht eine der heimlichen Grand Dames der schwedischen Liedermacherinnen, gab sich die Ehre und stellte Songs ihres 2008 veröffentlichten Albums Hill Songs vor, ebenso eine Auswahl aus ihren sechs Vorgängeralben.
Proppenvoll ist einmal mehr Willys kleine Gaststätte. Stuhl um Stuhl muss hinzugeholt werden, der Heizkörper unter dem großen Schaufenster wird für einige zum mäßig bequemen Sofaersatz und spät Eingetrudelte müssen stehen. Ein paar Findige leihen sich aus der Frittenbude von gegenüber einfach noch zwei Barhocker. Ein kleines Wunder fast, dass all dieses Gewusel, Gedrängel und Zusammengerücke auf den Punkt da ist und einfach nur noch zuhört, als die ersten zart gezupften Akkorde von Hillered erklingen und ihre ebenso sanfte wie kräftige, glasklare Stimme sich über all diese Köpfe hinweg ergießt.
Sicherlich eine Gestandene in ihrem Genre: Das erste Album Inte varför utan hur brachte der gebürtigen Stockholmerin bereits 1988 eine Nominierung für den schwedischen Grammy ein. Die Kritiker vergaben seitdem für ein ums andere Album gute Noten, Radiostationen spielten ihre Songs und die Schwedin tourte rund um den Globus – neben Schweden durch Deutschland, Irland, England und die USA. Wie nebenbei machte sich Hillered daheim in Skandinavien einen Namen als Theatermusikerin, Schauspielerin, Label-Betreiberin, Dozentin für Songwriting und Autorin. Eine durchaus Umtriebige also.
Und sympathisch noch dazu, wie sie im Café am Südfriedhof in Plaudereien vor fast jedem Song bewies. Schwedische Songs sind darunter, englischsprachige, unter denen auch die einzige Coverversion, die sie jemals aufnahm: Deeper Well von Emmylou Harris, mit der sie im übrigen wieder und wieder verglichen wird. Stimme und Gitarre – ohne Bandbegleitung sind die Songs reduziert aufs Wesentliche, wirken zerbrechlich und zart und hätten an der einen oder anderen Stelle doch ein wenig mehr instrumentale Substanz gut gebrauchen können Hillered erzählt autobiografische Geschichten in ihren Liedern, über das Künstlerdasein, über jugendliche Selbstwahrnehmung oder über ungeliebtes Schüchternsein als Background-Sängerin. Dezent amüsant ist das hier und da, anrührend manchmal und wohlklingend sowieso. Einer der ruhig fließenden Abende im Prinz Willy. jah
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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors bevisphoto.de. Artikel erschienen in den Kieler Nachrichten vom 13.4.2010
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